Gusto-Decks - Teil 1

Vor 1,5 Wochen wurde die Yu-Gi-Oh! Championship Toulouse ausgetragen, bei der über 400 Spieler versuchten, sich den begehrten Titel des YCS Siegers unter den Nagel zu reißen! Am Ende war es der Österreicher Peter Groß, der mit einem ausgefallenen Chaos Drachen Deck ganz vorne landete! Das Deck basierte größtenteils auf den neuen Karten aus dem Structure Deck: Dragons Collide, zu dem wir euch bereits in diesem Artikel jede Menge Infos vermittelt hatten. Solltet ihr euch also nach Lektüre unseres Artikels näher mit der Materie befasst haben, so würde sich die Überraschung bei euch in Grenzen halten.

An den vorderen Plätzen gab es sonst nicht allzu viel Innovation. Mittlerweile solltet ihr bestens mit Dino Rabbit, Inzektor und Aufzieh-Decks vertraut sein. Zum Dark World Deck, das die YCS #100 in Long Beach gewann, hatten wir ebenfalls schon einige Zeilen geschrieben, so dass wir uns heute auf ein Deck von Toulouse konzentrieren möchten, das im weiteren Turnierverlauf nur noch in den Public Events angetroffen werden konnte: Gustos!
Martin Sonne, der sonst häufiger als Judge unterwegs ist, vertraute auf das Deck an diesem Wochenende, auch wenn er selbst sagte, dass es "noch nicht ganz dort ist". Doch schon bald gibt es weiteren Support und dann können wir diese interessante Monsterfamilie eventuell auch ganz vorne antreffen. Trotzdem stellen wir euch heute schonmal die Funktionsweise der Gustos vor, so dass ihr einen guten Einblick in das Thema erhaltet!

Grenzenlose Boardpräsenz

Ein wichtiges Stichwort im aktuellen Format ist "Boardpräsenz". Damit ist gemeint, dass ihr mindestens ein Monster auf dem Spielfeld liegen habt, das für euch die Flagge hoch hält und euch vor größerem Schaden bewahrt. Dies ist die Spezialität der Gustos, die mit Gusto Gulldo über ein quasi einmaliges Monster verfügen. Wird es vom Feld auf den Friedhof gelegt, so könnt ihr euch einen Gusto der Stufe 2 oder niedriger aus eurem Deck suchen und direkt aufs Spielfeld beschwören! Somit werden hier die Effekte von typischen Suchern, wie Mystische Tomate mit dem von Sangan vereint, da Gulldo insbesondere auch dann triggert, wenn er nicht im Kampf zerstört oder geopfert wurde!

Eines der lohnenswertesten Ziele von Gusto Gulldo ist Winda, Priesterin von Gusto, deren Effekt zwar – ähnlich wie bei Mystische Tomate – nur dann triggert, wenn sie im Kampf zerstört wurde, doch immerhin könnt ihr euch mit ihrer Hilfe erneut Gulldo oder einen anderen Gusto-Empfänger suchen. Gemeinsam stellen diese beiden Monster bereits sicher, dass ihr immer irgendein Monster auf dem Feld habt, mit dem ihr dann wiederum so einiges anstellen könnt!

Gegenschlag

Da es euch selbst gegen aggressivere Decks nicht schwer fällt, die Boardpräsenz zu wahren, müsst ihr nur noch über Möglichkeiten verfügen, auch mal das Heft in die Hand zu nehmen und das Spiel zu diktieren. Eine willkommene Möglichkeit, um genau das zu erreichen und unter Umständen sogar Kartenvorteil zu erarbeiten, ist Icarus-Angriff. Zwar handelt es sich nicht bei allen Gustos um Geflügelte Ungeheuer, doch immerhin gehört ein nicht geringer Teil eurer Monster dieses Typs an (alle Gustos sind Wind-Monster). Folglich könnt ihr sie im schlimmsten Fall opfern, um gleich 2 gegnerische Karten zu zerstören!

Damit werft ihr zwar einen gewaltigen Stein ins Getriebe des gegnerischen Decks, doch leider gewinnt ihr mit Icarus-Angriff allein noch kein Spiel.
Schon etwas vielversprechender ist da eure eigentliche Gewinnoption: Finsterer Simorgh. Dieser 2700 ATK starke Beatstick verbietet es eurem Gegner, eine Karte aufs Spielfeld zu setzen. Damit sind – außer bereits liegenden – all seine Fallenkarten außer Gefecht gesetzt, da er diese nicht mehr aufs Spielfeld setzen kann. Bleiben also nur noch seine Monster- und Zauberkarten. Die Zauberkarten umgeht ihr mit Antimagischer Duft, die die Zauberkarten beider Spieler in Fallenkarten verwandelt. Diese müssen, solange die permanente Fallenkarte offen auf dem Spielfeld liegt, zunächst gesetzt werden und können frühestens im folgenden Zug aktiviert werden.

Entsprechend sind also sowohl gegnerische Zauber- als auch gegnerische Fallenkarten komplett ausgeschalten. Bleiben nur noch die Monster, die euch lediglich dann echte Probleme bereiten können, wenn sie entweder eure wichtige permanente Falle zerstören oder über Finsterer Simorgh angreifen können.

Ihr seht also schon, dass die Gustos über einige Waffen verfügen, durch die sie durchaus auch mit den häufiger gespielten Decks mithalten können. In Teil 2 unserer Deckbetrachtung bauen wir ein fertiges Gusto-Deck und erklären auch die restlichen Karten!

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