Geschichtsstunde über die Drachen

Heute nehmen wir uns ein Thema vor, das mehrfach von euch gewünscht wurde und das erste Themendeck des Yu-Gi-Oh! Trading Card Games überhaupt darstellt: Drachen! Viele von euch werden sich wohl nicht mehr an die "gute, alte Zeit" erinnern als lediglich Legend of Blue-Eyes White Dragon, die erste Erweiterung überhaupt, sowie das Kaiba und das Yugi Starter Deck erlaubt bzw. erschienen waren. Zu diesem Zeitpunkt gab es im Grunde nur 2 wirklich spielbare Decks: Pures Beatdown sowie Drachen-Combo. Das heißt, ihr habt entweder ein Deck rund um Mystischer Jinn der Lampe sowie andere angriffslustige Monster gebaut oder ihr habt versucht, euch so lange Zeit zu erkaufen, bis ihr mit Hilfe von Herr der Drachen, Drachenrufflöte und zwei mächtigen Blauäugiger w. Drache explodiert seid und euren Gegner in einer Angriffswelle den Garaus gemacht habt.

Vom Aussterben bedrohte Art

Mit den kommenden Erweiterungen erschienen jedoch Monster, die euch mühelos den Feldvorteil garantieren konnten – selbst dann, wenn euch euer Gegner mit einigen mächtigen Drachen überrollen wollte. Überlebte man erstmal den wichtigen Spielzug des Gegners dank der eigenen Mystische Tomaten, so konnte man im Folgezug ein Comeback starten und den Drachen-Spieler überrumpeln. In Folge dessen gab es immer weniger Drachen-Spieler, bis das Themendeck schließlich in der Versenkung verschwand.

Zwar wurden über die Jahre hinweg Versuche unternommen, dies erneut zu ändern, doch die wenigsten von ihnen trugen Früchte. In Legacy of Darkness erschienen beispielsweise jede Menge Unterstützungskarten für Drachen Decks, allerdings stellte sich der Support für Krieger als flexibler heraus, so dass diese fortan das Turniergeschehen dominierten. Im Folgenden konnten Drachen zwar immer immer entscheidende Rollen in den Decks von Turniersiegern einnehmen, allerdings gab es nur noch in den seltensten Fällen waschechte Drachendecks. So sah man zwar überall Chaos Imperatordrache - Gesandter des Endes oder später Finsterer Bewaffneter Drache und Urteilsdrache, doch diese fungierten "nur" als die Bossmonster in anderen Themendecks.

Erwähnt werden sollten noch die zahlreichen Unterstützungskarten, die entweder Blauäugiger w. Drache spielbarer machen sollten – angefangen bei Kaiba-Mann über Drachenodem der Zerstörung bis hin zu Paladin des Weißen Drachen – sowie die vielen Karten, die Joeys Rotäugigen schwarzer Drache einfacher aufs Spielfeld bringen sollten, z. B. Rotäugiges schwarzes Küken.

Neuer Hoffnungsschimmer

Im Nachhinein kann man die große Abwesenheit von Drachen für eine dermaßen lange Zeit als die Ruhe vor dem Sturm betrachten. Denn mit Erscheinen von Rotäugiger finsterer Metalldrache hatten Drachen-Fans urplötzlich wieder eine zentrale Säule, um die herum sie ihre Decks bauen konnten. Mit der Möglichkeit, in jedem einzelnen Spielzug einen mächtigen Drachen von der Hand oder vom Friedhof als Spezialbeschwörung zu beschwören, gab es endlich wieder einen Grund, zum Themendeck zu greifen und die geflügelten Ungetüme auf unvorbereitete Gegner loszulassen!

Vor Veröffentlichung des Monsters war die Begeisterung sehr groß, allerdings haben sich nur wenige Spieler über eine längere Zeit an das Thema heran gewagt und versucht, damit auf Turnieren erfolgreich zu sein. Der mittlerweile bekannteste Vertreter ist wohl Kim Just Jensen, ein dänischer Spieler, der auf verschiedenen Yu-Gi-Oh! Championship Series sowie der Europameisterschaft sehr erfolgreich mit dem Deck abgeschnitten hat. Dies brachte ihm sogar einen Platz auf der vergangenen Weltmeisterschaft an, wo er selbstverständlich ebenfalls wieder zu seinem Lieblingsdeck gegriffen hat und Drachen-Fans in aller Welt vertrat. Im zweiten Teil unseres Specials werden wir uns eines seiner Decks vornehmen und so die Stärken der Drachen erläutern!

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