Funktionsweise der Dark World Monster

In wenigen Tagen ist es soweit, dann erscheint das Structure Deck 21: Gates of the Underworld. Dieses wartet mit willkommener Unterstützung für das Dark World Themendeck auf, das mittlerweile stolze 6 Jahre zählt und in der Vergangenheit nie konstant an den vorderen Tischen auf größeren Turnieren mitspielen konnte. Das soll sich mit Gates of the Underworld ändern, doch bevor wir einen näheren Blick auf die neuen Unterstützungskarten für das Thema werfen, wollen wir uns zunächst ansehen, was das Deck auszeichnet.

Kartenabwurf = Vorteil

In längst vergangenen Zeiten wurden Spiele nicht selten dadurch entschieden, dass ein Spieler ein- oder zweimal erfolgreich mit Don Zaloog oder Geister-Sensenmann angreifen konnte, um den Gegner um wichtige Handkarten zu erleichtern und sich so Vorteile zu verschaffen. Auch die Anwesenheit von Karten, wie Starker Wachposten, Beschlagnahme oder Verbrecher-Duo auf der Liste der limitierten Karten sprach eine eindeutige Sprache: Der Abwurf eigener Handkarten ist schlecht.

Dann erschienen die Monster aus der Finsteren Welt und dies änderte sich schlagartig. Ihre Effekte wurden aktiviert, wenn sie von der Hand auf den Friedhof abgeworfen wurden. Geschah dies durch einen eigenen Effekt, zum Beispiel Kartenzerstörung, so wurden die beiden wichtigsten Monster des Themendecks, Goldd, Wu-Fürst der Finsteren Welt und Sillva, Kriegsfürst der Finsteren Welt, immerhin noch als Spezialbeschwörung auf die eigene Spielfeldseite beschworen. Geschah dies jedoch durch einen gegnerischen Karteneffekt, so durftet ihr noch 2 gegnerische Karten auf dem Spielfeld zerstören bzw. er musste 2 seiner Handkarten unter sein Deck legen.
Wusste man, dass der Gegner Dark World spielte oder die Monster zumindest splashen würde, so überlegte man sich nun schon mehrfach, ob der Angriff mit Geister-Sensenmann wirklich eine so gute Idee ist.

Die Taktik des Decks war entsprechend auch fest vorgegeben: Man setzte auf möglichst viele Karten, die es erlaubten, eigene Handkarten abzuwerfen. Neben der bereits erwähnten Kartenzerstörung kamen hier auch Ins Grab hinabziehen, Elegante Wohltäterin (solange sie noch erlaubt war) sowie die themeneigene Unterstützungskarte Blitzgewitter der Finsteren Welt zum Einsatz.
Daraus ergab sich leider auch eines der größeren Probleme des Decks: Der Großteil dieser Karten ermöglichte mit einem Monster aus der Finsteren Welt Kartenausgleich. Hatte man gerade kein Dark World Monster zur Hand, so würde der Einsatz einer der Karten Kartennachteil bedeuten. In einem Format voller Monarchen, die mit Hilfe von Baumfrosch und einem beliebigen Monarchen in jedem einzelnen Spielzug weiteren Kartenvorteil erarbeiten konnten, hatten die Dark Worlds schnell das Nachsehen und versanken in der Versenkung.

Regelfalle & große Züge

Versteht mich nicht falsch, das Deck war nie komplett unspielbar. Es erreichte nur nie die notwendige Konstanz, die ein Deck auszeichnet, das an den vorderen Tischen mitspielt. Selbstverständlich gab es fantastische Züge, beispielsweise indem man einen Verwandlungskrug per Kreaturentausch auf die gegnerische Spielfeldseite gegeben hatte, nur um dann in diesen anzugreifen und die eigenen Dark World Monster aufs Spielfeld zu beordern – mitsamt ihrer zerstörerischen Effekte, die den Gegner dann das Feld und die Hand kosten konnten! Doch auch das konnte nur selten den Unterschied machen.
Ohne Zugriff auf Synchromonster verpasste das Deck darüber hinaus den Anschluss und verschwand quasi komplett von der Bildfläche. Nicht einmal Dark World Splashes in anderen Decks konnten noch angetroffen werden.

Ein weiterer Faktor könnte die genaue Funktionsweise der Dark Worlds gewesen sein. Wichtig ist den Unterschied zwischen dem Abwurf einer Handkarte als Aktivierungskosten für einen Effekt (beispielsweise bei Raigeki-Brecher) sowie dem Abwurf als Teil des Effekts selbst (die oben genannten Unterstützungskarten fallen alle in diese Kategorie) zu verstehen. Nicht wenige Spieler hatten hier Schwierigkeiten und die Frustration, ein Spiel aufgrund eines Missverständnisses verloren zu haben, führte dann dazu, dass sie sich nicht mehr an das Deck heran wagten.

Mittlerweile sieht das jedoch wieder komplett anders aus; im fernen Japan gehören die Dark Worlds derzeit zu den dominantesten Decks. In Teil 2 unserer Artikelserie sehen wir uns die brandneuen Karten aus dem Structure Deck an und erklären, warum diese dem Deck einen derart mächtigen Push gegeben haben!

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